Das pädagogische Buch zum Menschenschattenspiel:
“Lichträume, die auf der Leinwand dreidimensional erschienen und sich im furiosen Spiel steigerten. Die Wirkung berührte die vierte Dimension. ... ‘Loslegen!’ ruft jede Buchseite. Licht aus, Spot an!” (Werdener Nachrichten)
“... das einzige einschlägige Buch weltweit, das sich so intensiv und fachkundig mit dem Menschenschattenspiel auseinandersetzt” (Rainer Reusch)

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Inhalte dieser Seite: Gedicht von Augustinus; Unterrichtsentwurf Einführung in Musik und Tanz; Anleitung zur Polonaise; “Tanzsäcke”

Ich lobe den Tanz

Ich lobe den Tanz,
denn er befreit den Menschen von der Schwere der Dinge,
bindet den Vereinzelten zu Gemeinschaft.

Ich lobe den Tanz,
der alles fordert und fördert,
Gesundheit und klaren Geist und eine beschwingte Seele. ...

Oh Mensch,
lerne tanzen,
sonst wissen die Engel im Himmel mit Dir nichts anzufangen!
(Aurelius Augustinus)

Unterrichtsentwurf zur Einführung in das Thema Musik und Tanz bzw. Bewegung

Ein Wort vorweg: Erwarten Sie an dieser Stelle bitte keinen der üblichen Unterrichtsentwürfe mit Lernzielen, didaktisch-methodischer Erörterung usw. usw. Wenn Sie gezwungen sind, so etwas schreiben zu müssen, wird es Ihnen sicher nicht schwer fallen, die folgenden Ideen in das entsprechende Fachvokabular umzusetzen.

Im folgenden soll beschrieben werden, wie man in einer Einführungsstunde mit jüngeren Schüler/innen (bis etwa Klasse 6) zum Thema Musik und Bewegung bzw. zum Thema Musik und Tanz im Klassenverband hinführen kann. Ziel dabei ist es, dass alle Schüler/innen teilnehmen und ihre eventuell vorhandenen Hemmungen überwinden. Das gelingt am besten, wenn schnell Freude bei der Bewegung entsteht. Diese befreienden Erfahrungen mit der Bewegung bzw. mit dem Tanz lassen sich dann auch in das Menschenschattenspiel miteinbeziehen, wo dies ja noch leichter fällt, weil man ja “nicht richtig gesehen” wird.

Zunächst benötigen Sie etwa sechs möglichst unterschiedliche Musikbeispiele. Das Wichtigste dabei ist, dass die Musik von ihrem Charakter her allgemein bekannt ist, dass man mit ihr spontan bestimmte Bewegungsmuster verbinden kann, und dass sie einen starken Aufforderungscharakter zur Bewegung hat. Im Folgenden einige Ideen, wobei ich nicht überprüft habe, ob die Musikbeispiele noch erhältlich sind - Sie können das über die einschlägigen Internetsuchmaschinen überprüfen, Hinweise dazu auf der Seite Musikunterricht - :

  • ein Menuett (z.B.  Menuett von J.P. Krieger, 1704: FidulaFON 1104)
  • einen bekannten Walzer (z.B. von Johann Strauß “An der schönen, blauen Donau”: CBS S 30002)
  • einen Cancan (z.B. von Jacques Offenbach “Galop infernal” aus der Operette “Orpheus in der Unterwelt”: DECCA 6.42235 AH)
  • einen temporeichen Volkstanz (z.B. den Refrain des Volksliedes “Tsen Brider” von der Gruppe Zupfgeigenhansel: PLÄNE 88141)
  • einen bekannten Rock’n’Roll (z.B. “Let’s dance”, im Original von Chris Montez)
  • eine türkische Disco-Musik, bei der die “Schlümpfe” auftreten (z.B. “Sanat Yili - Disco Manco” von Baris Manco: türküola No. 134; ich benutze die eingedeutschte Schreibweise, weil ich die türkische Tastaturbelegung nicht kenne)

Damit die Stunde gut klappt, ist es wichtig, dass Sie die Musik sehr sorgfältig auswählen. Fertigen Sie nun einen Tonträger mit diesen Stücken an:

  • Sequenz 1 enthält charakteristische Ausschnitte von jeweils etwa 10 Sekunden.
  • Sequenz 2 enthält ebenfalls charakteristische Ausschnitte, diesmal aber mit einer jeweiligen Dauer von etwa 1 1/2 Minuten. Nehmen Sie zunächst die leichter tanzbaren Stücke auf, und wechseln Sie schnelle und langsame Tänze ab.

Zu Beginn der Stunde spielen Sie die Sequenz 1 vor: Was ist den Stücken gemeinsam? Natürlich, dass es sich um Tänze handelt: Falls die Kinder nicht direkt darauf kommen, machen Sie sie doch darauf aufmerksam, dass sich gerade eben, beim Hören der Musik, schon viele auf ihren Stühlen bewegt haben.

Nun sollen sich alle hinstellen und versuchen, möglichst passende Bewegungen zur Musik der Sequenz 2 zu finden. Ein langsames Stück am Anfang verhilft dazu, dass man als Unterrichtender nicht die Übersicht verliert; wichtig ist nach jedem der sechs Stücke eine Pause, damit die Kinder nicht außer Puste geraten.

Das Wichtige an dieser Stunde für mich war, dass alle ohne große Anweisungen, ohne große Diskussion darüber, ob man sich nun traut oder nicht, einfach nur aufgefordert durch die Musik, angefangen haben zu tanzen, sich zu bewegen!

Wie man nun weitermacht, dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Man kann, ganz konventionell, über die typischen Merkmale der Stücke sprechen.
  • Man kann die Kinder bitten, eigene Musik, die sich zum Tanzen eignet, mitzubringen und damit weiter arbeiten.
  • Man kann das Menuett benutzen, um eine höfische Polonaise zu realisieren, die dann auch zu einer Schattenpolonaise rund um die Leinwand führen könnte: alle sind mal Zuschauer und alle mal Akteure.

Anleitung für Polonaisen

Eine hervorragende Anleitung für Polonaisen von Hannes Hepp, entnommen einer Plattentasche aus dem Fidula Verlag, habe ich in Resonanzen, Sekundarstufe I, Band 1 aus dem Diesterweg Verlag auf den S. 111/112 gefunden. Dieses Musikbuch ist nicht mehr erhältlich, und so bedanke ich mich beim Fidula Verlag für die Abbildungsrechte auf dieser Seite: Die entsprechende CD (Best.Nr. 4420) trägt den Titel Polonaisen & Leichte Tänze.

1. Umschreiten des gesamten Raumes. Jeder weiß nun, wie groß die Flache ist, auf der die Polonaise getanzt wird.

2. Halbieren des Tanzraumes. Die Paare trennen sich, Tänzer nach links, Tänzerinnen nach rechts.

3. Begegnen der beiden Partner. Jeder Tänzer kommt an seiner Tänzerin zweimal vorbei. Figur zweimal.

4. Kreuzen auf der Diagonale. Tänzerin hat den Vortritt. Tempo sehr zügig! Figur ebenfalls zweimal.

5. Paare abwechselnd links und rechts abbiegen. Führungspaare Schritte verkürzen, damit sich die Abstände verringern.

6. „Tore“. Eine Paar-Reihe durchzieht die Tore der Gegenreihe. Wiederholung gegengleich.

7. Tänzerinnen innen. Die Handfassung lösen, Wiederholung gegengleich.

8. „Gasse“. Die Außenreihe löst die Handfassung. Wiederholung gegengleich.

9. „Wellenschlag“ oder „Drunter und Drüber“.

10. Zu Vieren.

11. Trennen zu zwei Viererreihen. Erste Reihe links, zweite Reihe rechts usw.

12. Zu acht.

13. „Irrgarten“ und „Schlange“. Jeweils der Tänzer außen hängt an, zügiges Tempo!

14. „Schnecke“. Gegen Tanzrichtung beginnen mit Gesicht zur Kreismitte. Schnell hinein, langsam heraus! Jeder Tänzer geht durch den Mittelpunkt.

15. „Schnecke II“. Die Spirale sehr eng ziehen. Auf Zuruf: „Alles halt!“ bahnt sich der Anführer unter den zu Toren erhobenen Armen einen Weg.

16. Auflösung der Schlange zu Paar-Reihen.

17. „Gasse“ mit verschiedenen Möglichkeiten: Durchtanzen mit Wechsel-, Polka-, Hüpfschritten in verschiedenen Fassungen.

18. Schlußkreis.

Als Abschluß: Tanzspiel oder Tanz.

Kennen Sie Tanzsäcke???

Hier eine Beispiel von einer Aufführung zur Musik aus dem Dschungelbuch mit Schülerinnen einer Klasse 5:

Tanzsäcke