Das pädagogische Buch zum Menschenschattenspiel:
“Lichträume, die auf der Leinwand dreidimensional erschienen und sich im furiosen Spiel steigerten. Die Wirkung berührte die vierte Dimension. ... ‘Loslegen!’ ruft jede Buchseite. Licht aus, Spot an!” (Werdener Nachrichten)
“... das einzige einschlägige Buch weltweit, das sich so intensiv und fachkundig mit dem Menschenschattenspiel auseinandersetzt” (Rainer Reusch)

Meine Bücher zur Unterrichtsentlastung:

Notenkartei: Was die Leser/innen dazu meinen!
Klassenmusiker: Viele Kolleg. sind begeistert!

Unter www.schattenromane.de können Sie  2 Kapitel des neuen Romans von Gerd Haehnel zum Ausdrucken kostenlos herunetrladen.

Home

Schattenspiel-Einführung

Buch / CD zum
Menschenschattenspiel
kostenlose Leseprobe bis S. 54)

Mein schönstes Schattenspiel:
Ruhr.2010

- Konzeption einer Weltpremiere

- Das produziert Gänsehaut:
Rückblick in Texten, Fotos

- Bilder, die man nicht vergisst:
17 Schattenvideos

Schattenspiel an Schulen

Ophelias Schattentheater:
Michael Ende

Der Kleine Prinz

Deutsch - Literatur

Musik / Kunst

Sport - Tanz

Mitspiel-Theater

Schattengeisterbahn

Präsentationen im Bildungsbereich

Schattenspiel: Kirche

1. Auge um Auge

- Predigt

- Folien

2. Gott warum?

- Predigt

Kindergottesdienst

Farbige Schatten, Technik

Foto, Film, Computer

Schattenspiel-Material

Schatten - Therapie

1. Jorgos Canacakis

2. Theorie

3. Ziele, Inhalte

4. Erfahrungen

Impressum, Rechtliches,
Kontakt und mehr

Fortbildungen

Impressum/Rechtliches/Mail

Kostenloser Newsletter

Verkaufe Bild Hans Thoma

Danke an die jährlich 250.000 Besucher meiner Homepages!
Weitere finden Sie hier:

Neue Ideen zum Musikunterricht
(mit Detailinfos Bühnengestaltung und Videos aus dem Unterricht)

Vorbereitung von Deutschunterricht
(Mailingliste und Forum)

Schulfach Paedagogik
(Mailingliste und Forum)

Deutschunterricht - Literatur

Inhalte dieser Seite: Einführung in das Freie Schreiben; das Motiv des verlorenen Schattens in der Literatur

Einführung in das Freie Schreiben

Eine hervorragende Grundlage für das Entwickeln eigener Schattenspiele sind Freie Texte. In unserem Schattenbuch haben wir auf S. 113f. zum Beispiel eine Schattenspiel-Revue mit Freien Texten zum Thema “Wünsch dir die Welt” beschrieben.

Zunächst ein Text von mir zum Freien Schreiben (Gerd Haehnel, Essen 1990):

Das Freie Schreiben

Darstellung

Die "Freien Texte" bzw. das "Freie Schreiben" stammen aus der Freinetbewegung. Deshalb möchte ich zunächst Célestin Freinet zitieren:

"Der freie Text muss wirklich frei sein. Es scheint, als gäben wir da eine überflüssige Selbstverständlichkeit von uns. Jedoch sitzt die Tradition der Verschulung so fest, sie hat so einschneidend die Mehrheit der Lehrer geprägt, sie erlaubt so wenig Vertrauen ins Kind, dass man zwar gerne freie Texte schreiben lassen möchte, wenn die Behörden es erlauben... Man macht also 'freien Text', wie man früher den befohlenen Aufsatz schreiben ließ. Man fordert die Kinder zu einer bestimmten Stunde auf, einen freien Text zu schreiben. ... Diese Übung sollte man vielmehr 'Aufsatz über ein frei gewähltes Thema' nennen. Wenn in diesem bestimmten Moment das Kind keine Lust zum Schreiben hat, so muss es trotzdem schreiben; wenn es kein packendes Thema im Kopf hat, muss es wohl oder übel eines finden. Oder man wird ihm eines vorschlagen. ... Man versteht jedoch, dass eine solche Arbeitstechnik, wenn sie auch einen Fortschritt im Vergleich zum vorgegebenen Aufsatzthema darstellt, nur selten die großen Vorteile mit sich bringt, die wir dem freien Text zuschreiben: Spontaneität, Kreativität, Leben, enge und konstante Verbindung mit der Umwelt, tiefgehender Ausdruck des Kindes. ... So haben wir die Sicherheit, dass die erhaltenen Texte wirklich lebensnah sind, dass es die Texte sind, die die Kinder am meisten berührt haben, die sie am weitestgehenden interessiert haben, die also für uns den größten pädagogischen Wert besitzen. ... Der freie Text muss motiviert sein. ... Für dieses Problem haben die Klassen, die mit der Schuldruckerei arbeiten, eine gemeinsame Lösung gefunden: Klassenzeitung, Schulkorrespondenz, Vervielfältigung der Texte motivieren hier die Arbeit. ... Der freie Text darf nicht ein Anhängsel an Ihre schulische Arbeit sein. Er soll vielmehr Ausgangspunkt und Zentrum sein." (Freinet, Célestin: Der freie Text. In: Koitka, Christine (Hrsg.): Freinet-Pädagogik. Unterrichtserfahrungen zu: Freier Text / Druckerei / Schulkorrespondenz / Musik / Lesen / Klassenzeitung / Rechnen / Selbstverwaltung. Basis Verlag Frankfurt/M. 1989, S. 15f.)

Entscheidend ist also, dass die Freien Texte in einem weiterführenden, motivierenden Zusammenhang angeboten werden.

[...] Es gibt viele verschiedene Einstiegsmöglichkeiten. (Vergl. etwa Hövel o.S. in: Kasper, Josef: Schreib los! Bild-Impulse für freie SchülerInnentexte. Pädagogik-Kooperativen Bremen o.J.a.)

Eine hervorragende Möglichkeit fand ich ... in einem traditionellen Sprachbuch. (Vergl. Bendel-Klostermann: Sprachschlüssel. Sprachbuch für NRW 5. Schuljahr. Ernst Klett Verlag Stuttgart 1989, S. 5-13) In der Unterrichtseinheit "Geschichten wachsen Flügel" werden anhand von Michael Endes "Momo", die zuhören kann wie kein anderer,  und ihrem Freund, dem Geschichtenerzähler Gigi, die Möglichkeiten phantasievollen Erzählens verdeutlicht. Nachdem wir uns auch den "Momo-Film" angeguckt hatten, hatten die Kinder erfasst, was Freie Texte sein könnten. Nun gab es also "Momo-Bücher", in die die Freien Texte geschrieben wurden. Vorgelesen wurden sie immer "mittwochs in der neunten Stunde" in einer  angenehmen und konstruktiven Atmosphäre. [...]

Die Texte wurden dann in eigenen Büchern veröffentlicht. Vorher waren sie von mir in Bezug auf die Rechtschreibung korrigiert worden, und die SchülerInnen hatten sie noch einmal abgeschrieben. Fehler, die dabei entstanden, habe ich nicht mehr korrigiert. Einmal war ein Text vom Äußeren her jedoch so unannehmbar, dass die Klasse beschloss, ihn nicht in das Buch mit hereinzunehmen. So etwas ist dann nie wieder passiert. Jedenfalls wurden im Zusammenhang mit den Freien Texten nicht nur inhaltliche Probleme, sondern auch immer wieder Stil- und Rechtschreibfragen angesprochen.

Die Bücher wurden übrigens von uns selbst gebunden, anfänglich mit meiner Hilfe, später dann von den SchülerInnen selbständig. Mittlerweile sind einige von ihnen gefragte Experten für die Einführung der Buchbindetechnik in anderen Klassen. (Eine einfache Möglichkeit findet sich gut beschrieben bei Hartmann, Heinz Dieter: Wann machen wir freie Arbeit? Praxisanregungen aus der Sonderschule. Pädagogik-Kooperativen Bremen 1985)

In der Folgezeit kamen jedes halbe Jahr insgesamt 4 gemeinsame "Freie Text Bücher" heraus, außerdem ein Buch, das eine Schülerin alleine geschrieben hatte sowie mehrere nicht gebundene Zeitungen von SchülerInnengruppen. Wenn man die Texte aus den 4 Büchern unter inhaltlichen Gesichtspunkten zusammenfasst, kommt man zu folgendem Ergebnis, wobei die Texte teilweise konkrete Erlebnisse schildern und teilweise fiktiv sind oder konkrete Erlebnisse hinter fiktiven Texten spürbar werden:

  • Tiere (17 mal)
  • Witze, Satire (16 mal)
  • Urlaub (11 mal)
  • Liebe (9 mal)
  • Familie / Gefühle (je 7 mal)
  • Freunde (je 6 mal)
  • Schule / Kinderbücher (je 4 mal)
  • Träume (je 3 mal)
  • Klassenfahrt (je 2 mal)
  • Sport / Zirkus / Märchen (je 1 mal)

Dabei finden sich in den 4 Büchern unterschiedliche Schwerpunkte. Dominiert in den ersten beiden Büchern das Thema Urlaub, so spielen in den letzten beiden Büchern satirische und witzige Texte sowie Liebesgeschichten eine große Rolle. Das Thema "Tiere" ist in allen Büchern häufig vertreten. Beim Lesen der Bücher spürt man deutlich eine Entwicklung weg vom traditionellen Aufsatz hin zu wirklich Freien Texten, wobei der Erfolg, den gewisse Textsorten, wie etwa satirische Texte oder Liebesgeschichten beim Vorlesen erzielten, zu regelrechten thematischen "Textwellen" führte. Besonders erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang die Rachetexte, die natürlich nicht veröffentlicht wurden: Wenn es etwa ein neues Pärchen in der Klasse gab, dann wurde, vielleicht von der besten Freundin des Mädchens ein Freier Text dazu unter großem Gejohle der Klasse vorgelesen. Man konnte dann sicher sein, dass in der nächsten Vorlesestunde ein "Rachetext" folgte, der nämlich das ganze aus der Sicht des Jungen schilderte...

Dies war auch gleichzeitig der Höhepunkt der Beschäftigung mit Freien Texten. Im zweiten Halbjahr des 6. Schuljahres hatten die SchülerInnen die Aufgabe in einem Zeitraum von 2 Monaten, zusätzlich zu den anderen Hausaufgaben - denn der normale Deutschunterricht mit Klassenarbeiten usw. lief ja weiter -, mindestens zwei Freie Texte zu schreiben. Im Durchschnitt wurden von jedem Kind aber sechs Texte geschrieben. Dabei gab es natürlich Unterschiede: Vier Kinder hatten nur je einen Text, weniger also als gefordert, manche aber auch 12, 15 oder sogar 17 Freie Texte geschrieben. Interessant ist nun vielleicht noch die Länge der Freien Texte. Auch hier wieder zunächst der Durchschnittswert: Im Durchschnitt waren die Texte etwa eine bis anderthalb Din A 4 Seiten lang, aber auch hier gab es wieder große Unterschiede. Manche Texte umfassten nur ein paar Zeilen, aus einem anderen wurde ein ganzes Buch mit über 70 Din-A-4 Seiten.

Was noch wichtiger ist als nüchterne Zahlen:

Diese  Texte wurden, bis auf ganz wenige Ausnahmen, freiwillig geschrieben, teilweise zu Hause, in der Freizeit, in langweiligen Momenten, um sich etwas von der Seele zu schreiben, als Alternative zum Fernsehen oder einfach nur so, aus Spaß. Die "Schreib los" - Kartei, die ich im Anschluss an die Momo-Unterrichtseinheit eingesetzt hatte, war als Anregungspotential schnell überflüssig geworden - eigene Ideen gab es in Hülle und Fülle.

Aus dieser Produktionsvielfalt entstand das Problem, dass wir nicht mehr allen Texten gerecht werden konnten. In der wöchentlichen Vorlesestunde "schafften" wir höchstens sechs bis sieben Texte. Das reichte aber bei weitem nicht mehr aus; deshalb haben wir vier Themenbücher angelegt, in die Freie Texte geschrieben werden konnten. Die Kinder haben sich dafür folgende Oberthemen ausgewählt: Freundschaft und Liebe, Krieg und Frieden, Humor, Sonstiges. Texte, die hier eingetragen wurden, mussten vorher rechtschreibmässig korrigiert werden, eventuell auch von Schülerinnen und Schülern, die das schon ganz gut konnten. In der Freizeit konnten die Bücher dann gelesen werden.

Bei der Buchproduktion wurden einige Jungen mit ihren Kenntnissen der Textverarbeitung auf dem Computer zu gefragten Experten. So finden sich in den selbstgemachten Büchern auch immer mehr getippte Texte.

Erwähnen möchte ich außerdem eine weitere Unterrichtseinheit aus dem oben zitierten Sprachbuch, die wir durchgeführt haben: "Es spukt". (Bendel-Klostermann 1989, S. 81-89) Es handelte sich hierbei zwar nicht direkt um Freie Texte, weil das Rahmenthema, nämlich Gruselgeschichten zu schreiben, vorgegeben war. Trotzdem stellte diese Reihe eine wichtige Ergänzung zu den Freien Texten dar, wie sich bei der Auswertung zeigen wird.

Mit dem 7. Schuljahr dann kam der große Bruch, der sich am Ende des 6. Schuljahres schon angedeutet hatte. [...] Die Interessen der SchülerInnen hatten sich verlagert. Der Wunsch nach Freien Texten wurde im Klassenrat zwar immer mal wieder von einzelnen angesprochen, aber die große Mehrheit hatte dazu keine Lust mehr.

Einschätzung und Perspektiven

Die Freien Texte ermöglichten den SchülerInnen, wenn auch nur in einem kleinen Teilbereich, wirklich ein Stück der, in der augenblicklichen pädagogischen Diskussion so viel geforderten Freiheit - so jedenfalls habe ich es erlebt. Die SchülerInnen hatten, vor allem auch durch die regelmäßige Vorlesestunde, eine Fülle von Möglichkeiten, sich mit ihren Phantasien, Sorgen, Freuden und Gefühlen in die Klassengemeinschaft einzubringen. Ich als Lehrer erfuhr auf diese Weise eine Menge von den SchülerInnen - viel mehr als im normalen Unterricht. Natürlich gab es auch Probleme:

  • Viele trauten sich in der ersten Zeit nicht vorzulesen. Ich habe deshalb akzeptiert, wenn ein Freund oder eine Freundin dies übernahm. Nach jedem Lesen wurde dann geklatscht, auch wenn ein Text nicht so gut war, als Anerkennung dafür, dass jemand sich getraut hat vorzulesen.
  • Es dauerte wirklich eine ganze Zeit, bis die SchülerInnen von den üblichen Aufsatzthemen wegkamen und ihre eigenen Themen entdeckten. Da gab es durchaus Durststrecken, und es war in dieser Phase wichtig, dass wir unser erstes Buch schrieben, da wollte natürlich    keiner fehlen.
  • Es gab immer wieder Kinder, die auch Freie Texte nicht gerne schrieben. Im normalen Unterricht schreiben sie zwar auch nicht gerne, aber da mussten sie es halt. Es war nicht einfach, bei den    Freien Texten manches "nicht-schreiben-wollen" zu akzeptieren.
  • Es wurden so viele Texte geschrieben, dass ich einen Teil nicht mehr korrigieren konnte. Das war zeitweise unbefriedigend.
  • Manchmal war es schwierig für mich, das "Freie" in den Texten zuzulassen und damit umzugehen, vor allem, wenn ich inhaltliche Bedenken hatte, etwa bei der unreflektierten Wiedergabe von Gewaltszenen aus Videofilmen. Natürlich ist das Aufschreiben ein wichtiger Verarbeitungsprozess, und irgendwo müssen die Kinder ihre "Erlebnisse" ja auch loswerden. Andererseits, es gibt auch Grenzen, und die herauszufinden war für mich nicht immer ganz einfach.

Belastungsaspekt

Die Freien Texte habe ich gegenüber dem herkömmlichen Unterricht im wesentlichen als entlastend erlebt. Sie benötigten kaum Vorbereitungszeit, sie konnten im ganz normalen Fachunterricht ihren Platz finden und führten zu einer angenehmen Unterrichtsatmosphäre. Natürlich war die Korrektur teilweise mit viel Arbeit verbunden. Aber hier habe ich mir von Eltern und rechtschreibstarken SchülerInnen helfen lassen bzw. teilweise auch auf Korrekturen verzichtet. Die Belastung beim Korrigieren hängt also vor allem mit dem eigenen Anspruch zusammen und wächst natürlich, wenn die Kinder beim Freien Schreiben auch noch ihre Rechtschreibung verbessern sollen.

Einschätzung durch die SchülerInnen

[...[. Nur 2 Kinder von 29 hatten keinen Spaß daran. Dieses Ergebnis ist erstaunlich, wenn man bedenkt, wie ungern ansonsten in der Schule geschrieben wird; es ist weniger erstaunlich, wenn man schon länger Erfahrungen mit Freien Texten hat.[...]

In der ersten Hälfte des 6. Schuljahres habe ich mit einem Tonband ein Gespräch mit den SchülerInnen über Freie Texte aufgenommen. Es folgt eine Inhaltsanalyse dieses Tonbandprotokolls, dem auch die folgenden Zitate entstammen:

  • Freie Texte unterscheiden sich von anderen dadurch, dass sie keinen Regeln unterliegen, und dass man schreiben kann, wie viel und wann man will. Man braucht sie auch nicht dem Lehrer zu zeigen, und im Freien-Text-Heft wird nichts korrigiert. ("... man ist nicht auf den Lehrer angewiesen, weil ja, wenn die Lehrer dann sagen, man muss das    schreiben, dann fällt einem eigentlich nicht so viel ein!")
  • An Themen werden Erlebnisse, Sorgen, Gruseliges, Lustiges und    Gefühle genannt.
  • Anregungen erhält man, indem man andere fragt, aus der "Schreib los Kartei", beim Reiten, durch Filme und (Comic-) Hefte, durch das Spielen und durch Träume. ("Ich guck' manchmal auch aus dem Fenster, wenn ich bei mir am Schreibtisch sitze, und dann guck' ich mir die Blätter an und so, und die Häuser und die Menschen, die auf der Strasse vorbeigehen, und dann fällt mir irgendwie zu denen was ein, und dann schreib' ich einfach drauflos!")
  • Geschrieben wird in einer Fernsehpause, aus einer langweiligen Situation heraus oder sonst in der Freizeit. ("Tolle Texte schreibe ich immer, wenn es mir langweilig ist!")
  • Man kann auch mit MitschülerInnen zusammen schreiben.
  • An Auswirkungen von Freien Texten werden genannt, dass andere nachfragen, dass man hinterher erleichtert ist, dass man beim Vorlesen nicht ausgelacht, sondern anerkannt wird. ("... dann wird das auch irgendwie viel leichter, wie bei so einem Alptraum, wenn man den erzählt, geht der auch irgendwie immer viel leichter weg.")
  • Bei Freien Texten lernt man, mit der Zeit schneller auf Ideen zu kommen, viel schöner zu formulieren, die Rechtschreibung zu verbessern und selbständiger beim Buchbinden zu werden. ("Die sind halt einfach frei!")

Um es noch einmal zusammenzufassen: Ich halte die Freien Texte insofern für eine wirklich geniale Unterrichtsform, weil sie in großem Masse Chancen zur Freiheit ohne Belastung für den Lehrer ermöglichen. Viele SchülerInnen entwickeln ein positives Verhältnis zum Schreiben und zur Sprache. Gerade angesichts der vielen Kinder mit massiven Lese- und Rechtschreibproblemen scheint mir das eine wichtige Voraussetzung zu sein, um wenigstens eine Möglichkeit zu haben, den Teufelskreis zu durchbrechen, bei dem das mangelnde Selbstwertgefühl und die Misserfolgserwartung eine so gefährliche Rolle spielen.[...]

Für die Zukunft schwebt mir schließlich vor: Die SchülerInnen könnten ihre Texte auch auf einem Textverarbeitungscomputer schreiben. Es gibt Programme, die nach dem Eingeben eines Textes jedes möglicherweise falsch geschriebene Wort anzeigen. Die Schüler müssten dann entscheiden, im Zweifelsfall mit Hilfe eines Dudens, ob das Wort korrigiert werden muss oder nicht. Das könnte eine hervorragende Rechtschreibübung sein und gleichzeitig eine enorme Entlastung für den Lehrer bedeuten. Entsprechend preisgünstige Computer wird es schon bald geben.

(aus Gerd Haehnel: Möglichkeiten offenen Unterrichts an der Gesamtschule. Unveröffentlichte Diplomarbeit Essen 1990, S. 106-115)

Der “verlorene Schatten” in der Literatur

Zum Thema des “verlorenen Schatten” gibt es eine Menge an literarischen Texten, von denen sich einige sicherlich gut als Vorlage für ein Menschenschattenspiel eignen. Wenn Sie diesem Thema nachspüren möchten, finden Sie vielfältige Anregungen in den folgenden sehr lesenswerten Veröffentlichungen:

1.: Gero von Wilpert: Der verlorene Schatten (Kröner Verlag, Taschenbuch, Stuttgart 1978)

2.: Der Schatten. Ein Lesebuch vom verlorenen Schatten. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Hanne Kulessa. (Sammlung Luchterhand 1984; leider nicht mehr erhältlich; versuchen Sie es doch mal per Fernleihe oder antiquarisch.)